Strommarktgesetz vergibt Chance beim flexiblen Energieverbrauch

30. November 2015: Das Wirtschaftsforum der SPD sieht im jetzigen Entwurf des Strommarktgesetzes der Bundesregierung eine verlorene Chance, das Konzept des Lastmanagements bei der Energieversorgung in Deutschland weiter voranzutreiben. Das Präsidiumsmitglied Dr. Ines Zenke fordert: „Die Bundesregierung sollte den Gesetzentwurf dringend nachbessern“.

„Das Grünbuch und das Weißbuch des Bundeswirtschaftsministeriums haben die Förderung des Lastenmanagements ausdrücklich vorgesehen. Der Entwurf des Strommarktgesetzes bleibt nun ohne erkennbaren Grund hinter dem Stand des Weißbuchs zurück“, kritisiert Dr. Ines Zenke, Vizepräsidentin der Wirtschaftsforums der SPD. „Die Bundesregierung sollte deshalb den Gesetzentwurf entsprechend nachbessern.“

Unter Lastmanagement versteht man die direkte Steuerung von Stromverbrauchern: Sie werden mit digitalen Technologien in die Lage versetzt, ihren Energiebezug je nach Bedarf flexibel zu erhöhen oder zu senken. So können Ungleichgewichte im Stromsystem ausgeglichen werden, die sich etwa durch eine Einspeisung von Wind- und Solarenergien ins Netz ergeben. Das Ergebnis ist ein stabilerer Netzbetrieb und häufig sogar ein geringerer Stromverbrauch.

„Lastmanagement ist eine Technologie, die nur geringe Investitionen verlangt und den weiter voran schreitendenden Ausbau volatiler regenerativer Energieerzeuger wie Photovoltaik und Windenergie ausgezeichnet ergänzt“, sagt Ines Zenke. „Die Bundesregierung sollte im Strommarktgesetz nicht die Chance vergeben, das Lastenmanagement einfacher und attraktiver zu machen.“

Ines Zenke weiter: „Bei der entsprechenden Technologie handelt es sich auch um ein Beispiel für die großen Potenziale von Industrie 4.0. Denn hier werden industrielle Prozesse mit unserem Energiesystem digital verknüpft.“ Andere Länder wie die Schweiz, Belgien, Frankreich, die USA natürlich oder auch z.B. Südkorea seien hier schon weiter. „Als Vorreiter der Energiewende darf Deutschland hier nicht zurückstehen“, meint Zenke. „Das Thema Lastmanagement sollte deshalb im laufenden Gesetzgebungsprozess noch berücksichtigt werden. Es wäre schade, wenn die Energie dieses jungen Energiewirtschaftszweigs für’s Erste verpuffte – zu Lasten der Umwelt und der Systemkosten.“